Inbetriebnahme Sirenenweiche
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- Harter Kern
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Inbetriebnahme Sirenenweiche
Hallo,
Ich bin in den Besitz einer Sirenenweiche gekommen.
Jetzt weiß ich nur nicht so recht was ich damit machen kann. Ist es möglich die Weiche einzustellen und zwischen Schaltschrank mit Postrelais, HSG und Sirene zu montieren?
Kann ich dann meine Sirene "anrufen" und sie löst aus?
euer heuleisen
Ich bin in den Besitz einer Sirenenweiche gekommen.
Jetzt weiß ich nur nicht so recht was ich damit machen kann. Ist es möglich die Weiche einzustellen und zwischen Schaltschrank mit Postrelais, HSG und Sirene zu montieren?
Kann ich dann meine Sirene "anrufen" und sie löst aus?
euer heuleisen
Und wer warnt mich???
Für ein funktionierendes Sirenennetzwerk!
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Gute Frage. Postrelais oder Sirenenweiche wird heute kaum noch genutzt. Woher willst du denn überhaupt 60 V hernehmen? Die Sirenenweiche funktioniert doch nur im Impulswahlverfahren.
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- Harter Kern
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
keine Ahnung von was du sprichst... was ist Impulswahlverfahren:-)Fox 1 hat geschrieben:Gute Frage. Postrelais oder Sirenenweiche wird heute kaum noch genutzt. Woher willst du denn überhaupt 60 V hernehmen? Die Sirenenweiche funktioniert doch nur im Impulswahlverfahren.
vieleicht mit nem Trafo?
Und wer warnt mich???
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Hier die Antwort: Impulswahlverfahren
Die Sirenen wurden früher über die Sirenenweiche (Postrelais) von den Warnämtern angesteuert.
Ansonsten konnte ich zu diesem Thema hier, diesen auffinden:
http://www.geschichtsspuren.de/forum/vi ... highlight=
LG
Chris
Die Sirenen wurden früher über die Sirenenweiche (Postrelais) von den Warnämtern angesteuert.
Ansonsten konnte ich zu diesem Thema hier, diesen auffinden:
http://www.geschichtsspuren.de/forum/vi ... highlight=
LG
Chris
Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Ich glaube, die kompetenteste Adresse für diesen Fall ist der Werte Herr Lipski vom Warndienstmuseum.
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- Harter Kern
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Fox 1 hat geschrieben:Hier die Antwort: Impulswahlverfahren
Die Sirenen wurden früher über die Sirenenweiche (Postrelais) von den Warnämtern angesteuert.
Ansonsten konnte ich zu diesem Thema hier, diesen auffinden:
http://www.geschichtsspuren.de/forum/vi ... highlight=
LG
Chris
Danke erstmal für die Links,Niklas hat geschrieben:Ich glaube, die kompetenteste Adresse für diesen Fall ist der Werte Herr Lipski vom Warndienstmuseum.
ich hab es jetzt nur kurz überflogen(muss gleich auf die Arbeit)
aber wenn ich es richtig verstanden hab brauch ich dafür ein altes Telefon. Dieser Schritt ist schon gewschafft. Ich habe ein Siemens W48 Telefon von 1960. doch wie ist die Zahlenkombination auf die eine solche Weiche eingestellt ist?
Und wer warnt mich???
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- Hendi
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Es gibt hier keine Zahlenkombination und nix, man braucht auch kein Telefon!
Die Ansteuerung des Sirenenmotors erfolgte Warnamtseitig über eine Beschaltungsänderung der Spannungen zwischen b, a und Erdleitung.
Es gab gewissermaßen eine Beschaltungsvariante für Teilnehmeranschluß, wo zum Telefon durchgestellt war, und für Sirenenanschaltung, wo das Telefon (Amtsseitig) stillgelegt war und die 60V vom Amt zu einem Relais weitergereicht wurden, das den Schütz steuert. Die SW enthält eigentlich bloß Dioden, um diese Polung zu erkennen.
Zum Ansteuern braucht man die ganze Weiche nicht, wenn man 60V zur Motorsteuerung direkt anlegen kann.
Wer einen Sirenentakt lebensecht auf einer Telefonanlage auflegen will, wie es das Warnortsgestell tat, benötigt ein vom Takt gesteuertes SirUm-Relais, welches bei aktivem Taktsignal die Spannung im Vergleich zum Normalzustand umklemmt und damit dafür sorgt, daß die 60V aus der Sirenenweiche rausfallen. Das geschieht genau dann, wenn a und b beide +60V gegenüber der Erdleitung haben. (Untereinander haben sie dann logischerweise 0V und das Telefon macht sich nen schönen Lenz...)
Gruß Hendi
Die Ansteuerung des Sirenenmotors erfolgte Warnamtseitig über eine Beschaltungsänderung der Spannungen zwischen b, a und Erdleitung.
Es gab gewissermaßen eine Beschaltungsvariante für Teilnehmeranschluß, wo zum Telefon durchgestellt war, und für Sirenenanschaltung, wo das Telefon (Amtsseitig) stillgelegt war und die 60V vom Amt zu einem Relais weitergereicht wurden, das den Schütz steuert. Die SW enthält eigentlich bloß Dioden, um diese Polung zu erkennen.
Zum Ansteuern braucht man die ganze Weiche nicht, wenn man 60V zur Motorsteuerung direkt anlegen kann.
Wer einen Sirenentakt lebensecht auf einer Telefonanlage auflegen will, wie es das Warnortsgestell tat, benötigt ein vom Takt gesteuertes SirUm-Relais, welches bei aktivem Taktsignal die Spannung im Vergleich zum Normalzustand umklemmt und damit dafür sorgt, daß die 60V aus der Sirenenweiche rausfallen. Das geschieht genau dann, wenn a und b beide +60V gegenüber der Erdleitung haben. (Untereinander haben sie dann logischerweise 0V und das Telefon macht sich nen schönen Lenz...)
Gruß Hendi
HENDI
Sirenen sind wie Kartoffelchips. Man kann nicht nur eine haben! Knusper, knusper, knusper...
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- Harter Kern
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Danke für die ausführliche Erläuterung.Du scheinst dich mit Telefonie ja sehr gut auszukennen.Hendi hat geschrieben:Es gibt hier keine Zahlenkombination und nix, man braucht auch kein Telefon!
Die Ansteuerung des Sirenenmotors erfolgte Warnamtseitig über eine Beschaltungsänderung der Spannungen zwischen b, a und Erdleitung.
Es gab gewissermaßen eine Beschaltungsvariante für Teilnehmeranschluß, wo zum Telefon durchgestellt war, und für Sirenenanschaltung, wo das Telefon (Amtsseitig) stillgelegt war und die 60V vom Amt zu einem Relais weitergereicht wurden, das den Schütz steuert. Die SW enthält eigentlich bloß Dioden, um diese Polung zu erkennen.
Zum Ansteuern braucht man die ganze Weiche nicht, wenn man 60V zur Motorsteuerung direkt anlegen kann.
Wer einen Sirenentakt lebensecht auf einer Telefonanlage auflegen will, wie es das Warnortsgestell tat, benötigt ein vom Takt gesteuertes SirUm-Relais, welches bei aktivem Taktsignal die Spannung im Vergleich zum Normalzustand umklemmt und damit dafür sorgt, daß die 60V aus der Sirenenweiche rausfallen. Das geschieht genau dann, wenn a und b beide +60V gegenüber der Erdleitung haben. (Untereinander haben sie dann logischerweise 0V und das Telefon macht sich nen schönen Lenz...)
Gruß Hendi
Ich leg diese Erkklärung mal meinem Vater vor, der ist Elektriker (gelernt 1966) und findet mittlerweile Gefallen an der nostalgischen Elektrotechnik der Sirenen.
Der hat das Grundwissen dazu und soll sich mal dran austoben.
Die Bilderserie der Restauration von HSG und Weiche und deren Zusammenspiel mit Sirene folgen natürlich.
Grüße heuleisen
Grüße heuleisen
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
... was passiert denn dann eigentlich, wenn die Telekom mal versuchen möchte einen PPA durchzumessen?! Da müsste die Weiche dann doch umschalten?!
- Hendi
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
So, Selbstzitat rocks :)Hendi hat geschrieben:(Untereinander haben sie dann logischerweise 0V und das Telefon macht sich nen schönen Lenz...)
Der PPA wird leitend wenn die 60V zwischen a und b verpolt werden--> Sirenenweiche chillt. Bei Sirenenbetrieb verschwinden die und tauchen zwischen der Erde und dem Aderpärchen auf-->PPA und Telefon chillen.
Gruß HD
HENDI
Sirenen sind wie Kartoffelchips. Man kann nicht nur eine haben! Knusper, knusper, knusper...
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Da gibts noch ein ähnliches Thema darüber:
viewtopic.php?f=31&t=3484
Dabei handelt es sich um ein Ferntastgleichstromgerät. Lustige Bezeichnung.
viewtopic.php?f=31&t=3484
Dabei handelt es sich um ein Ferntastgleichstromgerät. Lustige Bezeichnung.
- Hendi
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Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Ferntasten... der Traum jeder Fernbeziehung ? :)
HENDI
Sirenen sind wie Kartoffelchips. Man kann nicht nur eine haben! Knusper, knusper, knusper...
Sirenen sind wie Kartoffelchips. Man kann nicht nur eine haben! Knusper, knusper, knusper...
Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Zwischen Warnamt und Sirene.Hendi hat geschrieben:Ferntasten... der Traum jeder Fernbeziehung ? :)
Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
Ja, was sagt denn der alte Fernmelder dazu?
1 - Anders als man das immer erwartet, liegt bei der Telefontechnik Plus der Stromversorgung, also Netzteil/ Batterie auf Masse/ Erde. Der Grund ist, daß man, wenn man in bestimmten Anlagen die Erdtaste drückt, damit ein Erd- also Pluspotential auf die a- Ader bekommt, ohne einen dritten Draht zum Amt zu benötigen. Da wir es im Postnetz nicht mit Nebenstellenanlagen zu tun haben und es keine Erdtasten gibt, kann dieses Verfahren vielleicht genutzt worden sein, um die Weiche umzusteuern. Es gab bis in die 70er Jahre sogenannte Doppelanschlüsse, bei denen 2 Anschlüsse über eine Leitung angeschaltet waren, da hat nur einer von beiden telefonieren können und es kam drauf an, wer zu erst den Hörer abhob, bzw. wer zuerst angerufen wurde. Auch hier muß ein ähnliches Unterscheidungsverfahren genutzt worden sein.
2 - Die Speisespannung auf der Leitung beträgt bis zu rund 60 V=. Hebt man den Hörer ab, wird die Schleife mit dem Widerstand des Telefons von 600 Ohm belastet und es fließt ein Strom, der den Anrufsucher im Amt loslaufen läßt. Von dieser Speisespannung muß das Relais der Weiche über eine Diode abgekoppelt sein.
3 - Das Warngestell muß nun erstmal die Leitung vom Fernsprechnetz abkoppeln, was vermutlich ein Relais übernimmt. Da das im Amt vor Ort geschieht, ist das einfach. Schwieriger ist es da, die Umschaltung beim Teilnehmer vorzunehmen. Wechselspannung geht nicht, denn das normale Rufsignal ist eine 60 V Wechselspannung mit 25 Hz. Bleibt also nur Gleichspannung und da liegt nun im Normalfall + auf der b- Ader und - auf der a- Ader. Das Warngestell dreht das im Rhythmus der Sirenentaktung um und das Relais der Weiche steuert den Schütz an.
Sobald ich so ein Relais mal in die Finger kriege, teste ich die Sache mal.
Matthias
1 - Anders als man das immer erwartet, liegt bei der Telefontechnik Plus der Stromversorgung, also Netzteil/ Batterie auf Masse/ Erde. Der Grund ist, daß man, wenn man in bestimmten Anlagen die Erdtaste drückt, damit ein Erd- also Pluspotential auf die a- Ader bekommt, ohne einen dritten Draht zum Amt zu benötigen. Da wir es im Postnetz nicht mit Nebenstellenanlagen zu tun haben und es keine Erdtasten gibt, kann dieses Verfahren vielleicht genutzt worden sein, um die Weiche umzusteuern. Es gab bis in die 70er Jahre sogenannte Doppelanschlüsse, bei denen 2 Anschlüsse über eine Leitung angeschaltet waren, da hat nur einer von beiden telefonieren können und es kam drauf an, wer zu erst den Hörer abhob, bzw. wer zuerst angerufen wurde. Auch hier muß ein ähnliches Unterscheidungsverfahren genutzt worden sein.
2 - Die Speisespannung auf der Leitung beträgt bis zu rund 60 V=. Hebt man den Hörer ab, wird die Schleife mit dem Widerstand des Telefons von 600 Ohm belastet und es fließt ein Strom, der den Anrufsucher im Amt loslaufen läßt. Von dieser Speisespannung muß das Relais der Weiche über eine Diode abgekoppelt sein.
3 - Das Warngestell muß nun erstmal die Leitung vom Fernsprechnetz abkoppeln, was vermutlich ein Relais übernimmt. Da das im Amt vor Ort geschieht, ist das einfach. Schwieriger ist es da, die Umschaltung beim Teilnehmer vorzunehmen. Wechselspannung geht nicht, denn das normale Rufsignal ist eine 60 V Wechselspannung mit 25 Hz. Bleibt also nur Gleichspannung und da liegt nun im Normalfall + auf der b- Ader und - auf der a- Ader. Das Warngestell dreht das im Rhythmus der Sirenentaktung um und das Relais der Weiche steuert den Schütz an.
Sobald ich so ein Relais mal in die Finger kriege, teste ich die Sache mal.
Matthias
Landkreis Groß-Gerau mit 143 aktiven Sirenen
Re: Inbetriebnahme Sirenenweiche
@Heuleisen: Um Deine eigentliche Frage zu beantworten: Du muß die Funktion des Warngestells im Amt nachahmen. Das heißt, Du trennst die Zuleitung zum Telefon von der Sprechverbindung zum Amt ab und legst mit einem regelbaren Netzteil eine Spannung an. Polarität müßte nun sein: Plus an die a- Ader und Minus an die b- Ader. In der Weiche sind sie vermutlich mit a und b oder mit La und Lb beschriftet. Damit hat Dein Telefon keine Speisung mehr und das Sirenenrelais sollte anziehen. Und was Du mit dem Relais steuerst ist dann Dir überlassen.
Matthias
Matthias
Landkreis Groß-Gerau mit 143 aktiven Sirenen