Petition zur Warnung per Sirene

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Troubadix
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von Troubadix »

...und in sofern finde ich persönlich (Achtung, ich mache mich jetzt unbeliebt...) die Sache mit den Rauchmeldern gar nicht so dumm - als Zusatzmittel zu Sirenen natürlich. Während Sirenen draussen die Warnung übermitteln, könnten das z.B. Rauchmelder innerhalb von Gebäuden übernehmen, weil da bei zeitgemässen Gebäuden mit meist modernen Thermo- und Schallschutzfenstern eine Sirene von draussen oft schwer wahrzunehmen ist.
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MiThoTyN
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von MiThoTyN »

Eure Einsprüche zum Thema SMS, Facebook etc. sind einzeln betrachtet durchaus richtig. Aber wie schon erwähnt, müsst ihr Warnung als großes Ganzes verstehen. Ziel ist es, den Bürger zu warnen. Über welchen Weg ist doch im Endeffekt egal. Und wenn es meherere Wege gibt, dann kann man auch in Kauf nehmen, dass einer davon überlastet wird. Wobei z.B. bei der SMS nicht immer davon ausgegangen werden kann, dass im K-Fall das Netz überall ausfällt weil jeder telefonieren muss.

Über DCF77 wurde ja bereits berichtet. Es gab ja die groß angelegte Studie zur Warnung per DCF. Die war halt leider nicht so erfolgreich, wie erhofft. Was natürlich auch daran liegt, dass eben genau der Bürger sich aktiv ein Endgerät beschaffen muss. Wie oft in seinem Leben kauft man sich denn eine neue Uhr? Wie lange würde es dauern, bis genug Haushalte warnbare Endgeräte hätten?

Jedes angesprochene und denkbare System hat Vorteile und Nachteile. (Auch Sirenen natürlich). Die beste Warnung erreicht man, wenn man die Vorteile aller Systeme so kombiniert, dass die Nachteile ausgehebelt werden. Und das ist ja mit MoWaS in Arbeit.

Übrigens baut die Fa. e*Message gerade einen Warnempfänger für zuhause, der über das bundesweit verfügbare e*Message-Netz mit Nachrichten versorgt wird. Das Ding ist auch nicht teuer, hat Weck- und Infoeffekt und die Infrastruktur ist bereits vorhanden. Das Ding soll wohl bald auf den Markt kommen. Wieder ein Puzzlestück mehr zu einer perfekten Warnung. Also warten wirs ab, was sich in der Richtung noch so tut.

Gruß Joachim
Troubadix
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von Troubadix »

Hallo Joachim,
MiThoTyN hat geschrieben:Wobei z.B. bei der SMS nicht immer davon ausgegangen werden kann, dass im K-Fall das Netz überall ausfällt weil jeder telefonieren muss.
Das ist sicher richtig, ABER ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das GSM-Netz aus nachvollziehbaren Gründen genau dort ausfällt, wo es gebraucht wird. Die Basiststationen in dem betroffenen Gebiet (auf die kommt es dann ja an) müssen sowohl eine stark erhöte Anzahl von Gesprächen verkraften (was sie oft schon zum Kollaps bringen), und sollen dann noch eine Warnung an jeden Teilnehmer per SMS schicken. Ggf. ginge das vielleicht, in dem man der Warn-SMS eine andere (höhere) Priorität zuordnet als Privatgespräche. Das würde aber bedeuten, dass man zumindest temporär das Netz für den ggf. hilfesuchenden Bürger dicht mach, was auch kein angenehmer Gedanke ist. Davon ab sind viele GSM-Basisstationen nicht Netzausfallsicher, was deren Katastrophentauglichkeit eh schon einschränkt.
MiThoTyN hat geschrieben:Jedes angesprochene und denkbare System hat Vorteile und Nachteile. (Auch Sirenen natürlich). Die beste Warnung erreicht man, wenn man die Vorteile aller Systeme so kombiniert, dass die Nachteile ausgehebelt werden. Und das ist ja mit MoWaS in Arbeit.

Übrigens baut die Fa. e*Message gerade einen Warnempfänger für zuhause, der über das bundesweit verfügbare e*Message-Netz mit Nachrichten versorgt wird. Das Ding ist auch nicht teuer, hat Weck- und Infoeffekt und die Infrastruktur ist bereits vorhanden. Das Ding soll wohl bald auf den Markt kommen. Wieder ein Puzzlestück mehr zu einer perfekten Warnung. Also warten wirs ab, was sich in der Richtung noch so tut.
Ja! Es ist frappierend, wie viele Menschen in meiner Umgebung z.B. den örtlichen Sirenen-Probealarm nicht mitbekommen, wenn man nach der Probe mal so herum fragt. Selbst hier zu Hause ist das so, wo der nächste "Pilz" nur ein paar hundert Meter entfernt ist. Das war übrigens auch schon zu Warnamtzeiten so. Das Sirenennetz ist in meiner Gegend ja praktisch nicht beschnitten worden. "Fenster zu und die Kaffemaschine blubbert" und keine Chance mehr was zu hören. Ich denke daher, dass es tatsächlich in der Verantwortung des Bürgers liegen wird, die heutige Warnlücke innerhalb von Gebäuden zu schliessen, so denn ein brauchbares System und brauchbare Endgeräte zur Verfügung stehen.

Es ist eben nicht mehr wie im 2. Weltkrieg, wo man einen Luftalarm in den Städten kaum überhören konne weil: Der Grundlärmpegel in den Städten zu dieser Zeit sicherlich erheblich geringer war, die Fenster bei weitem nicht so dicht wie heute waren, einem nicht ständig diverse Unterhaltungselektronik um die Ohren dudelte, und nicht zuletzt eine ganz andere Sensibilität vorhanden war (immerhin bestand eine gewisse Wahrscheinlichkeit einen Bombenangriff nicht zu überleben, wenn man auch nur einen einzigen der mitunter täglichen Alarme nicht mitbekam).

Zurück ins Heute:
Aber ich hätte höchstes Bauchgrimmen, wenn man sich zur Weiterleitung einer Warnung auf allgemeine Kommunikationswege verlässt, bei denen zu erwarten ist, dass sie im K-Fall sowieso schon überlastet sein werden. Es wird sich doch eine schmalbandige Frequenz einrichten lassen, die nur zu diesem Zweck reserviert ist? Z.B. wurde meines Wissens nach über die Nutzung der Frequenz des ehemaligen Eurosignals zwischen dem 4-Meter-BOS-Band und dem UKW-Rundfunkempfang noch nicht entschieden...

Wenn der liebe Bürger dann nicht bereit ist, ein paar wenige Euro für seine eigene Sicherheit anzulegen (siehe DCF77-Studie), dann muss man vielleicht irgendwann auch mal sagen, dass er selbst schuld ist. Sirenen (die er nichtmal persönlich anschaffen müsste) will er ja meist auch nicht.
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KL7000F
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von KL7000F »

Ha, da liest man zig Seiten und findet e*Warn nicht. Thx für den Hinweis! Genau so etwas meinte ich mit meinem Vergleich von DCF77 ;) Ein System zur Übertragung zu verschiedenen Endgeräten und auch regional begrenzt. Ob eine Sirene oder ein Rauchwarnmelder das entsprechende Signal auslöst ist dann ja letztendlich egal. Weiß jemand mehr über e*Warn und die (verpflichtende?) Integration in verschiedene Endgeräte?

Link zu e*Warn!
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von Troubadix »

KL7000F hat geschrieben:
Link zu e*Warn!
Genau soetwas könnte es doch z.B. sein. Ich befürchte nur ein wenig, dass viele allzu enthusiastisch werden könnten und wieder meinen, die Sirene sei entbehrlich/veraltet. Nein! Ist sie sicherlich nicht, denn zumindest ein extra Warngerät werden sicherlich die Wenigsten ausserhalb den eigenen vier Wänden ständig mit sich herum tragen.

Und nochetwas macht mir Kopfschmerzen. Hier beginnt offenbar eine Privatfirma damit, ein (für sich betrachtet) sicherlich sinnvolles System einzuführen. Aber was ist, wenn diese Firma mal in Schwierigkeiten kommt oder sogar "pleite" geht? Der sicherlich bessere Weg wäre es, die Standarts auf nationaler oder am besten auf internationaler Ebene festzulegen bzw. einzuführen. Dann können sich halt verschiedene Firmen um die Herstellung der Endgeräte kümmern bzw. sich zu den Ausschreibungen zur Errichtung oder zum Ausbau des Funknetzes bewerben - ähnlich wie beim neuen BOS-Funk. Und der Betrieb der Netzinfrastruktur wäre sicherlich besser auf behördlicher Seite angesiedelt. Ansonsten haben wir mit Sicherheit ein Problem, wenn man sich von einer einzelnen Firma de facto abhängig macht, und diese Firma gerät dann irgendwann mal in Existenzschwierigkeiten (soll es durchaus geben...).

Das andere Risiko wäre, dass andere Firmen ähnliche Systeme eigenständig entwickeln und es daher zu einem Flickenteppich vieler regionaler Warndienste kommt. Damit würde das System unbrauchbar, wenn jemand ein Warngerät z.B. in seinen Pkw einbaut und damit z.B. oft in verschiedenen Bundesländern unterwegs ist.
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von MiThoTyN »

Troubadix hat geschrieben:... Systeme eigenständig entwickeln und es daher zu einem Flickenteppich vieler regionaler Warndienste kommt.
Das kann es nicht geben, denn hier geht es lediglich um das Endgerät. Die Quelle der Warninformation ist zentral beim BBK und damit entsprechend vertrauenswürdig und bundesweit einheitlich.

Ich denke es ist für keine Firma lukrativ, einen eigenen "Warndienst" zu "erfinden" und entsprechende Endgeräte zu verkaufen. Mit Warnung kann man einfach kein Geld machen. Für die Fa. e*Message bietet sich das auch nur deshalb an, weil die eben den Warndienst des BBK nutzen können, und auf vorhandene Infrastruktur und KnowHow aufsetzen. Dieser Warnempfänger fällt quasi als Nebenprodukt dabei ab.

Der Rest deines Beitrags ist an sich zwar richtig, ist aber auch wieder "zu starr" betrachtet. Natürlich ist die Fa. e*Message ein privates Unternehmen. Genau das ist ja auch die Zielgruppe, die das BBK mit seinem MoWaS ansprechen will. Es müssen viele Firmen auf den Zug aufspringen und die Endgeräte zur Warnung entwickeln. Z.B. die oftmals angesprochenen Rauchmelder oder gerne auch DCF77-Uhren. Wenn ein Markt für Endgeräte existiert, ist man auch wieder unabhängig von einer bestimmten Firma. Das ganze muss jetzt halt erstmal ins Rollen kommen und unterschiedliche Endgeräte für unterschiedliche Zielgruppen und Anwendungsfälle entwickelt werden.

Und genau aus dem Grund, weil das alles nur Puzzlestücke auf dem Weg zu einem großen Ganzen sind, wird auch niemand auf die Idee kommen, die Sirene deshalb wieder abzubauen. Die ist - ich sag das gerne nochmal - ein großer, wenn auch nicht der einzige Teil des Warnnetzes. Die aktuelle Entwicklung zeigt ja auch, dass Sirenen wieder massiv auf Eigeninitiative von Städten/Landkreisen aufgebaut werden.

Warten wir doch erstmal ab, was MoWaS in Zukunft als komplettes System bringt, bevor wir einzelne Bestandteile davon be- und verurteilen. Vielleicht können wir ja auch selbst einen Beitrag dazu leisten, die Warnung "an den Mann" zu bringen. Ideen sind gefragt! ;-)

Gruß Joachim
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von Troubadix »

Sorry, aber es kam halt so rüber, als würde e*warn ein System bereitstellen. Wenn sie nur Endgeräte bauen (als Vorreiter, wo andere Firmen nachziehen können/werden), und behördlicherseits das System zur Verfügung gestellt wird, dann ist es ja genau so, wie ich es auch (positiv) meinte. So könnte es gehen. Eventuell habe ich nicht sorgfältig genug gelesen.
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KL7000F
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von KL7000F »

Heute kam die Antwort. Wie ich fast vermutete, wurde von der Veröffentlichung abgesehen. Der Ausschuss der laufenden Wahlperiode hat in dieser Angelegenheit eine Entscheidung getroffen. Aber ich denke das kam in der vergangenen Diskussion hier eindeutig heraus. Drum spar ich mir jetzt einfach die Worte ;)
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Fox 1

Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von Fox 1 »

Klingt gut. Aber da gab es früher doch den skyper, scall usw. Werden diese überhaupt heute noch genutzt?

Scall - Nein
Quix - Nein

Aber Skyper scheint es noch zu geben.
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KL7000F
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Re: Petition zur Warnung per Sirene

Beitrag von KL7000F »

Ich frag mich nur was passiert wenn e*Message pleite geht (... und von keiner Firma aufgekauft wird) und überall Endgeräte mit e*WM (Warnmodul) vorhanden sind? ;)
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