Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Alles rund um klassische elektromechanisch angetriebene Sirenen.
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

Hmm, etwas weiter oben hört es sich so an, als ob du noch mehr Elbtalwerk-Heulen kennst. Wäre mal einen interessanten Bericht hier wert ;-)

Geschenkt bekomme ich sie nicht, der Preis ist aber günstig. Ich werde ihn beim nächsten Forentreffen verraten, sofern meine Geschäftspartner hier nicht mitlesen und mich zum Schweigen verdonnern.

Danke, ich brauche für diese Aktion jede Unterstützung! Falls jemand mitmachen will, Freiwillige vor! Wenn das Teil bei mir zu Hause steht gibts ne Riesenparty ;-)

Gruß
Daniel
Lord of the 8-port-sirens
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hoffendlichS3
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von hoffendlichS3 »

Daniel wenn wir das ganze einem Wochenende realisieren können bin ich dabei :)
Leider haben wir nach Auftragslage viel zu tun desshalb wird unter der Woche schwer.

Kann auch diverse Ketten, Seile Greifzug und so weiter mitbringen.
"Die Sirene ist und bleibt das effektivste Mittel um Aufmerksamkeit der Massen zu erregen"
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MiThoTyN
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von MiThoTyN »

OffTopic:

Ich hab hier ein paar Beiträge gelöscht. Bitte seit etwas toleranter gegenüber Mitgliedern unserer kleinen Community, die dieses Hobby mit nicht ganz so viel Enthusiasmus ausüben wie ihr! Nicht jeder kann so hohe Beträge für eine Sirene ausgeben und nicht jeder denkt dann sofort daran, hier ne riesen Rettungsaktion in die Wege zu leiten. Vor allem neue Mitglieder müssen sich erstmal einfinden und hier wohlfühlen.

Gruß Joachim
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

@MiThoTyN: Oha, hab ich hier was verpasst? Aufgrund des Wetters war es unmöglich am WE Zeit fürs Internet zu finden ;-)

@hoffendlichS3: Das klingt gut ;-) Ich hab dort Freitag nochmal durch den Zaun geschaut. Plan A (einen Turm aus Baugerüst hinstellen) geht anscheinend schon mal nicht, am avisierten Standpunkt oxydiert ein Tank vor sich hin. Plan B wollte der nette Herr von dort versuchen anzuleiern, er kennt den örtlichen Wehrleiter. Donnerstag schaue ich nach Plan C, das wird dann was mit Seilen und Ketten und sicher an einem WE ;-)
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

So, heute hab ich mich dort ausgiebig umgeschaut. Zunächst Ernüchterung, auch eine zweite Gerüstvariante scheitert an der Bebauungssituation und eine dritte daran, dass das darunter befindliche Gleis mit alten Waggons zugestellt ist. Also hoffe ich auf eine Realisierbarkeit von Plan B, hier hat ein Arbeitskollege noch bessere Kontakte als der nette Herr. Nebenbei feile ich an Plan C.
Zunächst hatte ich aber ein Gespräch. Sie steht seit mindestens 1956 auf diesem Platz. Er hat mir auch angeboten, einige alte Kollegen rauszukramen, dass ich Fragen stellen kann. Einer soll auch die gesamte Elektrik dort im Kopf haben. Der überwiegende Teil der Kranbahn wurde auf Veranlassung des Eigentümers verschrottet, dieser Teil steht nur noch, weil Hohlräume den Einsatz schwerster Techik verhindert haben. Es ist also nur Glück, das wir von ihrer Existenz erfahren haben. Normalerweise wäre sie wahrscheinlich schon lange Moniereisen in China.
Dann hab ich sie besucht und schon mal alle Befestigungsschrauben mit Rostlöser voreingeweicht. Bis auf die des Daches, die sind hin. Muss ich dann schauen, ob ich sie abreißen kann oder mit der Flex ran muß. Es ist wirklich ein Monster! Ich konnte zum Einsprühen der letzten Schraube darunterkriechen.
Auf der Suche nach dem Schützkasten bin ich nicht viel weitergekommen, das Kabel führt in das erkundete Gebäude, dort durch eine Wand in eine Art Zwischenboden eines Nebenraums, diesen konnte ich mangels Leiter nicht weiter erkunden.

Alles in Allem ein verdammt hartes Brot, aber irgendwie kriege ich das Ding da runter ;-)
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

Heute war ich dort mit einem Kumpel zwecks Ideenmachung. Wir favorisieren mittlerweile die Zerlegung und stückweise Abseilung vor Ort. Sowie ich einen Fallschutz habe gehts los. Mal schauen, wie weit ich komme.
In Punkto Hauptschütz kam heute die Ernüchterung, das Kabel liegt planlos auf rund 3m auf besagtem Zwischenboden und endet im Nichts. Einfach wie zur Verlegung vorbereitet und nie irgendwo angeschlossen, keine abisolierten Adern, keine Bohrungen, an denen etwas Schützkastenähnliches befestigt gewesen sein könnte. Mein Kumpel vermutet aufgrund der Architektur des Ganzen, dass der Bau samt Kranbahn in den 30ern entstanden sein könnte. Es besteht also die Möglichkeit, dass sie nie in Betrieb war. Lässt auf eine funkionsfähige Wicklung hoffen ;-)
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KL7000F
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von KL7000F »

Für "Ungenutzt" sieht sie aber eher sehr benutzt aus ;) Geg. wurde das Kabel ausgetauscht, dann aber nie angeschlossen ;) Ich denke auch dass Abseilen eine der am einfachsten umzusetzenden Möglichkeiten ist. Ich wünsch dir schonmal viel Erfolg dabei!
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

Das Wetter wird schon jede Menge Spaß mit ihr gehabt haben ;-) Das Merkwürdige ist eben, dass das Kabel an der Kranbahn und in der Halle darunter bis zum Wanddurchbruch sauber mit Schellen befestigt ist bzw. war, wo diese den Geist aufgegeben haben. Auf der anderen Seite ein vollkommen anderes Bild, Kabelende hingeschmissen und aus. Kann aber selbstverständlich sein, dass sie von 1935/36 bis <1956 woanders stand und dann erst dorthin umgesetzt, aber nie angeklemmt wurde. Dann sollte die Wicklung zumindest nicht durchgebrannt sein, eine defekte Heule wuchtet man nicht in rund 14m Höhe. Aber möglicherweise sind die Isolationswerte im Keller. Ich werde es sehen, mal schauen wieviele mürbe Schrauben ich abreiße und ausbohren darf. Wäre bei mir im Keller alles relaxter gewesen, aber alles Andere wäre zu aufwändig. Danke für deinen Zuspruch!
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Wiesel
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von Wiesel »

Falls noch Hilfe von nöten ist, ich habe nen Sicherungsgurt zum Eigenschutz. Und Blankenburg ist von mir nur knapp 130 km weg.
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hoffendlichS3
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von hoffendlichS3 »

Haumei du weißt wenn du Hilfe brauchst komm eich an einem WE rum (auch wen ich niht viel heben darf).
Würde man sich gleich noch mal sehen. ;)
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

Danke Leute!!! Leider ist am WE das Gelände im Regelfall verschlossen. Ich werde aber nochmal Kontakt zu den Vereinen/Firmen auf dem Gelände aufnehmen, vielleicht ist an einem Samstag mal wer dort. Das mit dem wenig heben können ist kein Ding. Wir brauchen ja auch jemanden, der die Teile unten in Empfang nimmt und das Seil abmacht ;-) Ich hab nur Sorge, dass nach dieser Schönwetterperiode wieder eine Regenzeit kommt und man dort ewig nicht raufkommt.
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Josef99
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von Josef99 »

@Haumei: Wie schwer ist die eigentlich?
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

Von den Ausmaßen her liegt sie im Bereich der DS977. Also mindestens 100kg + Dachgewicht.
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HaumeiFranzP
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von HaumeiFranzP »

So, gestern kam der Fallschutz und heute hab ich die zweite Runde Bergungsvorbereitungen durchgezogen. Die Dame hatte gut eine dreiviertel Stunde unangenehme Gesellschaft ;-)
Zunächst habe ich versucht, die Rotorsicherungsschraube konventionell zu lösen, sprich mittels Ringschlüssel bzw. Ratsche. Die M8-er Schraube mit anscheinend 14mm SW war aber derart aufgeblüht, dass kein Schlüssel bzw. Nuss passte. Also wollte ich das Dach runternehmen und dem Rotor dann zu Leibe rücken. Hier zunächst eine sehr erfreuliche Feststellung, die M12-er Muttern mit SW 18mm, auf die ich nichts mehr gewettet habe, ließen sich mithilfe einer 1 1/2" Rohrzange abschrauben, so sehen sie allerdings jetzt auch aus (Foto). Dann wieder Ernüchterung, die Unterlegscheiben stecken im Stehbolzengewinde, sind festgerostet und das Dach sitzt nach wie vor bombenfest. An Hammer und Meißel hab ich jetzt nicht gedacht. Ist aber auch ganz gut so, das Dach hätte ich nie wieder an seinen Platz bekommen.
Also hab ich dann mittels bekannter Rohrzange und kunstvoll zwischen Stator und Dach verschlungenem rechtem und durch die Dachlamellen gezwängtem linken Arm die Rotorsicherungschraube gelöst. Nach Anhebung der Scheibe die ganz große Ernüchterung, es sind keine Gewindebohrungen im Rotor! Also keine Möglichkeit, ihn auf die Schnelle abzuziehen! Was heißt das konkret? Das Ding muss in einem Stück runter. Gottseidank hatte ich auch heute wieder einen Kumpel dabei, den die technische Lösbarkeit der Bergung fasziniert und der Seile und Umlenkrollen besorgen kann.
Nebenbei hab ich wieder alles fleißig mit Kriechöl eingejaucht und mittels eines beherzten Rucks den Rotor freigekriegt. Unter Knirschen und Schleifen hab ich ihn bis zum leichten Knattern hochgedreht. Die Rotorschaufeln hab ich auch gezählt, es ist wie vermutet eine 8-Port Heule.
Nach einer Extrabehandlung der Passung Motorwelle-Rotor mit Kriechöl hab ich dann wieder die Sicherungsscheibe aufgelegt, die Schraube handwarm angezogen und den Rotor in "Ports verschlossen"-Stellung gedreht. Dier Bergung steigt dann vermutlich übernächste Woche, ich verabschiede mich zunächst in den Urlaub. Dann gibt es (wenn alles glatt geht) ein neues Thema, einen Haufen Fotos und ein Video ;-)
Dateianhänge
Erste Beute, satte 8 Dachbefestigungsmuttern ;-)
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Teefix
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Re: Fünffachdachbrummer in Blankenburg

Beitrag von Teefix »

Man darf weiter sehr gespannt sein!!! Bin auf die Bilder und das Ergebnis der Bergung gespannt. Aber bis dahin erstmal schönen Urlaub.
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