Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

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m-traunreut

Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von m-traunreut »

Gerade bei "Chiemgau Online" gelesen:

Probealarm in weiten Teilen Trostbergs kaum zu hören - Landratsamt muss nachbessern

Mit der Katastrophensirene auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes der AlzChem in Trostberg soll die Bevölkerung bei schweren Störfällen in dem Chemiebetrieb gewarnt und dazu bewegt werden, die Radiogeräte einzuschalten und gegebenenfalls Fenster und Türen geschlossen zu halten. Von dem auf- und abschwellenden, etwa einminütigen Heulton bekamen um 11 Uhr jedoch sehr viele Trostberger gar nichts mit. Zum Beispiel war im Bereich der Gabelsbergerstraße oder des Gymnasiums, in der Tittmoninger Straße oder Hertzhaimerstraße gar nichts zu hören.

In der Neuen Heimat und in Mögling berichteten die Bürger, dass sie die Sirene gehört hätten, allerdings nicht allzu laut. Auch in der Altstadt war es keineswegs so, dass die Bewohner aufschreckten. "Hinten raus am Hang war es zu hören, aber vorne im Laden schon nicht mehr", teilte ein Geschäftsmann mit.

"Das ist natürlich gar nicht gut", so Trostbergs Feuerwehrkommandant Hans Strecker, der die Sirene bei sich am Klärwerk "fast nicht mehr" hörte. "Wenn im Ernstfall eine Giftwolke unterwegs ist, und keiner weiß es, ist das natürlich ein Unding. Da muss man jetzt schauen, ob die Leistungsstärke und die Ausrichtung der Anlage passt, und das Ganze womöglich ausbauen oder eine zusätzliche Sirene aufstellen. So jedenfalls ist es viel zu leise und zu mager."

"Das Auslösen der Anlage per Funk von der Polizeidirektion in Traunstein aus hat funktioniert", berichtet Günter Haslinger vom Landratsamt Traunstein, dessen Katastrophenschutzabteilung für die Sirene verantwortlich ist. "Aber dass es nur so schwach zu hören ist, selbst in ein paar hundert Metern Entfernung, ist natürlich unbefriedigend." Man werde jetzt Ursachenforschung betreiben, prüfen, ob seit der Installation im Jahr 2005 Teile marode geworden sind, ob man die Einstellungen verbessern kann oder eine neue Anlage installieren muss. Denn: Auch wenn der Wind, der gestern leicht in Richtung Nordosten, also Neue Heimat wehte, den Sirenenton stark beeinträchtigen könne, so Haslinger, könne es nicht sein, dass man da fast gar nichts hört. "Die ganze Bevölkerung in der Stadt muss im Ernstfall gewarnt werden. So gesehen war es gut, dass wir nun erstmals bei dem landesweiten Probealarm mitgemacht haben."



Kuriosum: Die Hochleistungssirenen Obing oder Kienberg rotten vor sich hin. Wäre besser gewesen, man hätte eine nach Trostberg versetzt. Dann würde sicher JEDER den Alarm hören!
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FunkerVogth
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von FunkerVogth »

Moin.

Tja das hier hätte mit einer gar nicht passieren können, entweder man hört se oder sie ist defekt, aber ein Fehler das sie zu leise ist gibts nicht
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turboquattro
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von turboquattro »

Hab mir gerade mal die Situation mit Google Earth angeschaut.
Von der Fabrik ab gerechnet bräuchte man wohl einen Beschallungsradius von ca 1,5 km, um den Ort ausreichend abzudecken.
Ich weiß nicht, welche Sirene (vermutlich ne ELS) hier instaliert ist, aber ich glaube, das die einfach zu klein dimensioniert ist.
Würde mal sagen (ohne Werbung machen zu wollen.... ) das mindestens ne ECN 1800 notwendig wäre, wenn man das mit einer Anlage machen wollte.
Eine wäre wohl eindeutig nicht ausreichend.


Kuriosum: Die Hochleistungssirenen Obing oder Kienberg rotten vor sich hin. Wäre besser gewesen, man hätte eine nach Trostberg versetzt. Dann würde sicher JEDER den Alarm hören!
Davon würde eine natürlich bei weitem ausreichen

Aber das wird wohl leider nicht passieren.

Gruß
Mario
WS-Paul
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von WS-Paul »

Ich kenne die örtlichen Gegebenheiten und was dort verbaut ist zwar nicht, aber wenn der Standort keine guten Vorraussetzungen bietet, kannst du da ruhig eine 3000er aufbauen und wirst nur eine "suboptimale" Beschallung erreichen
Es geht nichts über ein hohes, aber nicht zu hohes Haus in der Stadtmitte
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turboquattro
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von turboquattro »

@WS-Paul

Hab mir das nur mal aus der Luft angeschaut. Scheint ziemlich eben zu sein. Umso größer die Sirene, um so besser natürlich. Die Örtlichkeit selbst kenn ich auch nicht.

Wie ist denn eigentlich der Beschallungsradius der verschiedenen Hörmann ECN's?
Bei ner HLS wurde früher mit 3,5 km auf dem Land gerechnet.
Das hab ich in meinen Unterlagen.
Hängt natürlich immer von den Örtlichen Gegebenheiten ab.
Aber so grob?

Mario
WS-Paul
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von WS-Paul »

Beschallungsradien gibt es in sofern eigentlich nicht mehr. Wir haben in der Firma Diagramme, aus denen hervorgeht wie weit man die verschiedenen Baureihen noch hört. Dabei gibt es gesonderte Verlustkurven für lockere, dichte und sehr dichte Bebauung. Man ist davon abgegangen pauschale Beschallungsradien anzugeben. Dies hat in der Vergangenheit immer öfter zu Verstimmungen beim Kunden geführt, wenn der Radius in der einen Richtung (aufgrund besonderer Bebauung oder Lärmquellen) nicht erreicht wurde. Wenn auf der anderen Seite der angegebene Radius um 200m überschritten wurde, hat dies wiederum niemanden tangiert. Wenn man also einen Beschallungsplan erarbeitet, kann es durchaus sein das kein Kreis, sondern eine Elipse entsteht.

Die 3,5 km einer HLS (auf dem Land) wird eine elektronische Sirene nicht erreichen. Ich denke aber, dass eine 3000er auch in die Richtung geht. Allerdings haben wir noch nie eine 3000er auf dem Land gebaut
Seit die Bund- ZS Zeiten vorbei sind, beschallen wir nur bewohnte Gebiete und keine Hasenbauten
In einem Gebiet wie dem Hamburger Hafen erreicht die 3000er ungefähr einen Radius von 1200m (Angabe ohne Peng, Peng)
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turboquattro
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von turboquattro »

@WS-Paul

für die Auskunft!
Rainer
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von Rainer »

In Köln auf dem Gebäude der Berufsfeuerwehr stehen 4 Stück ECN 900(6 Trichter)

Zwei Stück in Richtung Osten und zwei Stück in Richtung Westen.

Macht zusammen 3600Watt.

Das ist die mr in köln bekannte größte Anlage.
m-traunreut

Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von m-traunreut »

Gerade wieder auf Chiemgau Online gelesen:

Trostberg: Sirene wieder kaum zu hören

Mehrmals Probealarm für den Chemie-Störfall

Trostberg (gr). Gestern um 14 Uhr und mehrmals noch danach heulte wieder die Sirene, die bei einem etwaigen Störfall im Chemiepark Trostberg die Bevölkerung warnen soll. Das Ergebnis war - wohl aufgrund der Windstille und weil nachjustiert wurde - etwas besser als beim ersten Test am 19. September. Aber erneut war der Heulton in weiten Bereichen der Stadt nicht oder nur äußerst schwach zu hören. Im Eigenversuch: Vor dem Verlagsgebäude der Lokalzeitung war der auf- und abschwellende Ton relativ gut hörbar.

Dann aber näherte sich ein Pkw - und schon ging der Ton völlig unter. In den dem Chemiepark zugewandten Redaktionsbüros konnte man bestenfalls eine Ahnung bekommen, dass da "möglicherweise etwas war", wie es ein Redaktionskollege formulierte.

Und auch im Bankgebäude zwei Häuser weiter das gleiche Spiel: Im Haus war fast nichts zu hören, obwohl dort keine Maschinen liefen oder andere Geräuschquellen eingeschaltet waren.

Ein Anruf im Rathaus: Irene Thür wartete im BürgermeisterVorzimmer vergeblich darauf, etwas zu hören. Und im Klärwerk hat Günther Weiße vom Alarm nur deshalb etwas mitbekommen, weil dies im Feuerwehrfunk entsprechend durchgegeben wurde. Sirene? Fehlanzeige.

Günther Haslinger vom Katastrophenschutz im Landratsamt Traunstein nahm gestern die subjektiven Eindrücke aus Trostberg zur Kenntnis. Er hat auch noch erste Messergebnisse bekommen. Demnach erreichte der Heulton bei der Gärtnerei Fenis 90 Dezibel, beim Anwesen Siedlerstraße 6 wurden 73 Dezibel gemessen, beim Pfarrzentrum noch ganze 65. Zum Vergleich: Ein normaler Lastwagen verursacht einen Geräuschpegel von 80 Dezibel. Haslinger möchte nun mit der Regierung von Oberbayern Rücksprache halten, ob diese Alarmierung ausreicht oder ob nachgebessert werden muss.
Klauskinski
Harter Kern
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von Klauskinski »

beim Anwesen Siedlerstraße 6 wurden 73 Dezibel gemessen, beim Pfarrzentrum noch ganze 65
Aus welcher Distanz? Bei welcher Dämpfung?
Ein normaler Lastwagen verursacht einen Geräuschpegel von 80 Dezibel
Aus welcher Entfernung und welcher LKW? Ein alter Krupp mit defektem Auspuff aus 100 Metern Entfernung oder ein neuer Dailmer aus 30 Metern?
Aber erneut war der Heulton in weiten Bereichen der Stadt nicht oder nur äußerst schwach zu hören.
Das ist ein Problem, aber interessant wäre es zu wissen, wie groß die ausreichend beschallte Fläche verglichen mit den "weiten Bereichen der Stadt" sind.
BürgermeisterVorzimmer
Und dann produziert ein Redakteur noch eine dieser unsäglichen BinnenMajuskeln.
Im Eigenversuch: Vor dem Verlagsgebäude der Lokalzeitung war der auf- und abschwellende Ton relativ gut hörbar. [...]Ein Anruf im Rathaus: Irene Thür wartete im BürgermeisterVorzimmer vergeblich darauf, etwas zu hören. Und im Klärwerk hat Günther Weiße vom Alarm nur deshalb etwas mitbekommen, weil dies im Feuerwehrfunk entsprechend durchgegeben wurde. Sirene? Fehlanzeige.
Hamburg: 20°C, leicht bewölkt
Berlin: 14°C, Schauer
Frankfurt: 10°C, regnerisch
München: 20°C, sonnig

Frage: Wie ist das Wetter in Deutschland?


So, genug der Polemik und Korinthenk***erei. Sicherlich mag es erhebliche Lücken geben, aber ich hatte gerade mal Lust, ein wenig tiefer in den Text einzusteigen.
WS-Paul
Sirenenexperte
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Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von WS-Paul »

Weiss eigentlich irgendjemand, um was für eine Sirene es sich hier nun handelt
WS-Paul
Sirenenexperte
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Registriert: Freitag 20. Januar 2006, 13:51

Re: Trostberg: Sirene heulte viel zu leise

Beitrag von WS-Paul »

Wollt nur noch mal anmerken, dass wir in Hamburg mit einer ECN2400 in ca.800m Entfernung ungefähr 10dB über dem Umgehbungslärm liegen, und das ist definitiv zu hören
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